In Zusammenarbeit mit der Firma HARTMANN hat die Aktion Saubere Hände im Herbst 2018 eine Tour durch Deutschland veranstaltet.

In 31 Krankenhäusern wurde Station gemacht. In einem Mobil konnten sich Mitarbeiter und Patienten an sechs interaktiven Lernstationen auf vielfältige Art zu dem Thema Händedesinfektion informieren. Hygienebeauftragte Pflegende und Ärzte hatten die Möglichkeit an einem ganztägigen, vertiefenden Workshop teilzunehmen.

7100 Kilometer in 60 Tagen, ca. 6000 Besucher im ASH Mobil und rund 1200 Workshopteilnehmer - die 8-wöchige ASH Roadshow war ein voller Erfolg. In der Evaluation wurde sichtbar, dass die Workshopteilnehmer zu einem großen Teil von der Veranstaltung provitiert haben und so in ihrer wichtigen Aufgabe unterstützt werden konnten.

Das Team der Aktion Saubere Hände bedankt sich für viele wertvolle Eindrücke in den Krankenhäusern, spannende Workshopdiskussionen und überaus engagierte Menschen vor Ort!

Spezifische Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Infektionsprävention haben vor allem Krankenhaushygieniker und Hygienefachkräfte. Der Erfolg der Umsetzung verschiedener Präventionsmaßnahmen ist maßgeblich von diesen Mitarbeitern vor Ort und der aktiven Unterstützung der Krankenhausleitung abhängig. Hinsichtlich der Implementierung hat das Hygienefachpersonal jedoch nicht immer ausreichend Einfluss auf die notwendige Umsetzung.

Neben dem zweifellos wichtigen Kommunikationsweg über das Top-Down Modell Maßnahmenbündel zu beschließen und zu kommunizieren, sind weitere interaktive Kommunikationswege sinnvoll, um die hygienische Händedesinfektion im klinischen Alltag nachhaltig zu etablieren. Im Sinne des Bottom-Up Konzepts und der Förderung des internen Commitments ist es wichtig hygienebeauftragte Ärzte und Pflegende intensiver einzubinden, um eine höhere Akzeptanz zu erreichen und den Partizipationsansatz zu fördern.

Eine Verhaltensänderung in Bezug auf jahrelang in gleicher Weise durchgeführte Prozeduren zu erreichen ist schwer, aber durch verschiedene Ansätze machbar. Vor allem motivierende Kampagnen helfen Barrieren zu überwinden und die Compliance nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus ist die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Compliance-Messung ein wirksames Arbeitswerkzeug. Die Messergebnisse geben den Anstoß um gemeinsam zu analysieren welche Gegebenheiten eine optimale Händedesinfektions-Compliance beeinflussen und wie gute Verhaltensweisen unterstützt und ungünstige reduziert werden können (Fehleranalyse, Verantwortungsdiffusion, Sicherheitskultur). 

Im Workshop wurde relevantes Wissen zur hygienischen Händedesinfektion vermittelt und die Kompetenz zum Thema Infektionsprävention gestärkt. Die Teilnehmer sollten auch emotional berührt werden, ein hohes Maß an Engagement entwickeln und Techniken und Strategien erlernen, um motiviert die Inhalte in die klinische Praxis weiter zu vermitteln.
Ansatzpunkte waren: Wahrnehmung der eigenen Rolle als Hygienebeauftragter, Verantwortungsübernahme, Selbstwirksamkeit, Anbahnung von Verhaltensänderung - unter anderem durch bewusste Sprache (bewusste Sprache initiiert bewusstes Handeln) – als bewusste Entscheidung Soft Skills trainieren, hygienebeauftragte Ärzte und Pflegefachkräfte begreifen sich als Team, erkennen das darin liegende Potential und schaffen Handlungsgrundlagen im Sinne der Patientensicherheit, Aktivierung und Nutzung der Ressourcen der Teilnehmer und Vermittlung neuester Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zum Thema hygienische Händedesinfektion, Stärkung der Handlungskompetenz in Bezug auf die beiden Messinstrumente der Händedesinfektion, Transparenz zu allen Akteuren des Hygienemanagements der Einrichtung, Möglichkeiten der Zusammenarbeit erkennen, Strategien entwickeln zur Gestaltung dieser, Kommunikationsweg zwischen den Hygienebeauftragten und der Krankenhaushygiene transparent und verbindlich gestalten, Transfer und Nachhaltigkeit der Workshop Inhalte anbahnen und gewährleisten.

Die Inhalte des Workshops wurden in Zusammenarbeit mit einer Medizinpädagogin erarbeitet.