Händedesinfektion

Wieso? Warum? Wann?

Unter einer Händedesinfektion versteht man das Einreiben der Hände mit einem, in der Regel auf Alkohol basierendem, Desinfektionsmittel. Dieses Desinfektionsmittel ist speziell für die Anwendung an den Händen entwickelt worden. Dabei werden die auf den Händen befindlichen Erreger (zum Beispiel Bakterien und Viren) abgetötet.

Im Krankenhaus oder auch in anderen Gesundheitseinrichtungen geht es darum, alle Erreger auf den Händen abzutöten, die Krankheiten verursachen könnten. Diese Erreger stammen von Patientinnen und Patienten und deren unmittelbarer Umgebung. Ziel ist es, die Übertragung auf weitere Patientinnen und Patienten und das Personal zu vermeiden. Die Abtötung ist mit Wasser und Seife nicht sicherzustellen. Deshalb sollten bei der Betreuung von Patientinnen und Patienten, nur bei verschmutzten Händen, Wasser und Seife verwendet werden. Darüber hinaus werden den Händedesinfektionsmitteln Hautpflegemittel zugesetzt, so dass sie zu deutlich weniger Hautbelastungen und -schäden führen.

Die gebräuchlichen Händedesinfektionsmittel basieren auf Alkoholen als Wirkstoff. In der Regel muss eine Einwirkzeit von 30 Sekunden gewährleistet sein, damit alle relevanten Erreger abgetötet werden.

In unserem persönlichen Umfeld ist das Waschen mit Wasser und Seife völlig ausreichend. Dies sollte immer geschehen bei sichtbar verschmutzten Händen, nach der Toilette, vor dem Essen und vor dem Zubereiten von rohen Mahlzeiten (zum Beispiel Salat) und nach dem Handhaben von rohem Fleisch.

Sollten Sie zu Hause einen Angehörigen pflegen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt, ob von Fall zu Fall eine Händedesinfektion anzuraten wäre.

Für Patientinnen und Patienten und deren Angehörige ist es nicht immer leicht zu erkennen, wann eine Händedesinfektion notwendig ist. Häufig sind Arbeitsprozesse sehr komplex oder sie werden unterbrochen. Es gibt jedoch einige kleine Grundregeln:

  • Unmittelbar vor einem Hautkontakt mit Ihnen.
  • Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter Sie verlässt und zum nächsten Patienten geht.
  • Wenn Sie Katheter, Verweilkanülen, Drainagen, Verbände haben, sollte eine Händedesinfektion immer unmittelbar vor jeglicher Handlung, im Sinne eines Eröffnens des Systems, wie zum Beispiel Zuspritzen von Medikamenten, Verbandswechsel, an diesen erfolgen.
  • Unmittelbar nach Kontakt mit Fäkalien, Blut oder Wundsekreten.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen sehr schnellen und häufig hektischen Arbeitsalltag. Gerade bei der Arbeit mit kranken Menschen, kommt es immer wieder zu ungeplanten Situationen, die ein schnelles Handeln erfordern. Darüber hinaus müssen sie häufig mehr Patientinnen oder Patienten betreuen als eigentlich vorgesehen. Das heißt, dass es zu deutlich mehr Situationen kommt, in denen eine Händedesinfektion notwendig wird. Es ist unter solchen Bedingungen schwierig, in allen erforderlichen Situationen, eine Händedesinfektion durchzuführen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich der Bedeutung der Maßnahme sehr wohl bewusst und motiviert, die Anforderungen auch zu erfüllen.